Über mich
Mein Weg in die Gastronomie begann nicht mit einem grossen Plan.
Ich brach die Schule ab, fand wegen meiner Noten zunächst keine Lehrstelle und schrieb irgendwann eine Blindbewerbung.
So landete ich in einem Altersheim – als Tellerwäscher.
Doch jedes Mal, wenn in der Küche eine Hand fehlte, war ich da. Ich wollte mithelfen, verstehen, ausprobieren. Ich wollte wissen, warum etwas funktioniert – und wie man es besser machen kann.
Mein Küchenchef bemerkte diese Neugier und gab mir eine Chance: eine Lehrstelle als Koch.
Dort hat für mich alles angefangen.
Vom Koch zum Gastgeber
Nach meiner Ausbildung wollte ich mehr verstehen als nur das, was auf dem Teller passiert.
Ich wollte wissen, wie ein Restaurant funktioniert. Wie guter Service entsteht. Was Wein mit einem Gericht macht. Wie man ein Team führt und wie aus vielen einzelnen Details ein Erlebnis wird.
Deshalb folgten die Hotelfachschule und meine Ausbildung im Bereich Wein und Sommellerie.
Danach durfte ich ganz unterschiedliche Seiten der Gastronomie kennenlernen: von Fine Dining und Brasserie über Catering bis zur Systemgastronomie.
Ich arbeitete als Koch, hinter der Bar, als Sommelier, Chef de Service und später als Restaurantmanager.
Jede Station hat meine Sicht auf Gastronomie verändert.
Zurück zu dem, was ich liebe
Irgendwann wurde mir klar, dass mir trotz all dieser Erfahrungen etwas fehlte.
Die Küche.
Das Arbeiten mit den Händen. Produkte riechen, schmecken, verändern. Eine Idee entwickeln und sie irgendwann fertig auf einem Teller sehen.
Also ging ich zurück.
Heute arbeite ich als Culinary Instructor, Food Designer und Privatchef.
Ich entwickle Gerichte, Menüs und kulinarische Konzepte und gebe mein Wissen in Kochkursen und Workshops weiter.
Dabei fliesst alles zusammen, was ich auf meinem Weg gelernt habe.
Kochen. Gastgeber sein. Gestalten. Wissen weitergeben.
Mein Garten. Meine Inspiration.
Seit diesem Jahr beginnt meine Küche nicht mehr erst am Herd.
Sie beginnt draussen.
In meinem eigenen Garten.
Ich pflanze, probiere aus, mache Fehler, lerne und entdecke Produkte auf eine völlig neue Art.
Manchmal entsteht zuerst eine Idee für ein Gericht und ich überlege, was ich dafür anbauen möchte.
Manchmal wächst etwas im Garten und genau daraus entsteht ein neues Gericht.
Vom Samen bis zum Teller.
Für mich gehört heute alles zusammen.
Meine Küche
Ich mag Gerichte, die klar sind.
Nicht zehn Techniken auf einem Teller, nur weil man sie beherrscht.
Wenn ein Produkt gut ist, möchte ich es nicht verstecken.
Ich möchte verstehen, was es besonders macht – und genau das hervorheben.
Meine Küche lebt von Neugier, Präzision und Respekt vor dem Produkt.
Fine Dining bedeutet für mich deshalb nicht Luxus um jeden Preis.
Es bedeutet Aufmerksamkeit.
Ein gutes Produkt. Sauberes Handwerk. Eine klare Idee. Und die kleinen Details, die am Ende den Unterschied machen.
Nichts ist einfach nur Abfall
Ich versuche, ein Produkt möglichst vollständig zu nutzen.
Schalen, Stiele, Blätter, Knochen oder Abschnitte sehe ich nicht automatisch als Abfall.
Oft steckt genau dort noch unglaublich viel Geschmack.
Aus Abschnitten wird ein Fond.
Aus Schalen ein Öl.
Aus Kräuterstielen eine Sauce.
Aus etwas scheinbar Unbrauchbarem vielleicht die nächste Idee.
Für mich ist Nachhaltigkeit kein Trend. Sie beginnt mit Wertschätzung.
Was mich antreibt
Ich möchte nie an einem Punkt ankommen, an dem ich glaube, schon alles zu können.
Dafür ist Kochen viel zu gross.
Es gibt immer ein neues Produkt. Eine andere Technik. Eine unbekannte Region. Einen Produzenten mit einer Geschichte. Einen Geschmack, den man noch nicht kennt.
Genau diese Neugier treibt mich an.
Und vielleicht ist das heute auch der Teil meiner Arbeit, den ich am meisten liebe:
selbst weiterzulernen und dieses Wissen mit anderen zu teilen.
Mein Weg
Mein Start war alles andere als perfekt.
Aber vielleicht musste er genau so sein.
Denn vom Tellerwäscher über Koch, Sommelier und Restaurantmanager bis zurück an den Herd habe ich gelernt, Gastronomie aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu sehen.
Heute darf ich jeden Tag das tun, was mich schon damals in dieser ersten Küche nicht mehr losgelassen hat:
Kochen. Lernen. Gestalten. Weitergeben.